Schwarze Liebe

Immer wieder kommen die neuen Teile und Kapitel in einem Artikel. Auf dieser Seite findet Ihr alle Teile, Kapitel und auch den Prolog, falls ihr einmal etwas verpasst habt, oder einfach noch einmal etwas nachlesen wollt😉

PROLOG

Es war alles kalt. Graue Wolken bedeckten den Himmel. Kein einziger Sonnenstrahl war zu sehen. Doch plötzlich regte sich etwas – ein schwarzes Geschöpf tauchte aus dem Boden auf. Nebel verschlechterten die Sicht.

Ein schwarzer Engel näherte sich dem weinendem Mädchen, das eingehüllt in einem Tuch im nassen Sand am Strand „Black Hell“ sass.

Er sprach leise mit zarten Worten auf das Mädchen ein.

„Ich werde dir nichts tun.“ Das Mädchen begann zu lächeln als es ihn so zärtlich flüstern hörte. Seine sanften Gesichtszüge glichen ihrem verstorbenem Vater.

Das Mädchen fragte ihn mit scheu in der Stimme, ob er weiss wo ihr Vater ist. 

Er wusste es genau. Doch er befolgte den strengen Codex von Myron. Er wusste auch, das er dem Mädchen nicht helfen konnte. Doch etwas regte sich in seinen Gefühlen. Er hatte doch keine? Als Engel wurden die ihm schliesslich alle geraubt. Er spürte aber sein schnellen Herzschlag, als er sich dem Mädchen näherte. Sie war wie eine Droge.

Langsam verschwand er wieder mit den Wellen. Sie blickte ihm nach, bis er nicht mehr zu sehen war. Sie wusste, er ist ihre Rettung.

KAPITEL 1.

Es war an einem kalten Frühlinsnachmittag, der Wind sauste um die Häuser so dass sein lautes Pfeiffen zu hören war. Lou  verzog sich wieder einmal an den Strand, denn das Internat war ihr einfach zu öde. Alle hacken dort immer auf ihr rum, vor allem die Frau Trosch. Immer hat sie etwas zu meckern. Entweder ist es über ihr unaufgeräumtes Zimmer, über ihre Verhaltensweise (welche in diesem Internat eigentlich gefördert werden sollte) oder ihre Klamotten. Louisa fiel ziemlich auf unter den anderen, das musste man schon sagen. Alle trugen weisse, pinke und beige Röcke mit Blusen. Sie dagegen trug schwarze Baggys mit ebenso schwarzer Baggyjacke und schwarzer Schminke. Kurz – sie ist ein Emo. Jedenfalls wurde sie von ihrem Äussern so beurteilt.

Seit dem ihr Vater den Autounfall hatte und ihre Mutter dann wieder mit dem Rauchen begonnen hatte, wurde ihr das einfach alles zu viel. Sie konnte nicht mehr richtig denken, brachte in der Schule nicht mehr die gewünschten Leistungen und fremdete sich immer mehr von der Aussenwelt ab. Da ihre Mutter nur Hausfrau war, und eigentlich nie einen Job hatte, begann sie zu klauen. Das Geld das sie vom Sozialamt bekamen reichte ihr nicht. Bei einem Überfall in einem Schmuckladen wurde sie dann gefasst. Sie wurde wegen mehreren Überfällen angeklagt und bekam zehn Jahre Gefängnis. Lou wurde dann auf dieses Internat geschickt. Das letzte was sie je wollte.

All an diese Dinge musste Lou immer wieder denken.

Als ich aus meinem Gedankenwandel endlich wieder in die Realität schaute, merkte ich dass das alles nicht nur erfunden ist. Nein, es ist mein wahres Leben. Wieso musste das alles nur immer mir passieren? Alle anderen verstanden mich hier auch nicht. Die blufften immer nur von ihren ach so tollen und reichen Eltern, welche ich nie gehabt habe.

Ich liess meine Gedanken noch ein bisschen schweifen, und sah mir den Strand an. Er lag da so wie ich ihn schon immer kannte. Der Sand war weich, die Wellen waren wieder einmal riesig. Denn dieser Frühling war anders als die anderen, er war viel stürmischer. Es regnete jeden Tag, aber mir machte das nichts aus. Ich sass einfach klatschnass da, und dachte nach. Für mich gab es keinen besseren Ort als den Strand um nachzudenken. Der Himmel war von grauen Wolken bedeckt, und als ich in den Himmel schaute plätscherten mir die Regentropfen ins Gesicht. Kein Mensch war zu sehen. Aber wer wollte auch an einem solchen Tag an den Strand?

Irgendwie fürchtete ich mich langsam, denn es wurde auch schon langsam dunkel. Ich wusste nicht wieso, sonst war ich immer am liebsten nachts draussen. Aber heute war der Himmel anders, die Wolken schweiften so schnell über den Himmel… 

KAPITEL 2.

Der Wind wurde immer stärker, und meine lange, braune Haare schlugen mir ins Gesicht, was ziemlich unangenehm war. Ich strich sie mir immer wieder vergeblich aus dem Gesicht.

Am Himmel türmten sich immer mehr pechschwarze Wolken auf. Und wenn ich pechschwarze meine, dann ist das auch so. Es schien fast so dunkel wie in der Nacht zu sein, oder wie bei einer Sonnenfinsternis. Doch plötzlich erschien ein kleiner heller Punkt – ganz oben am Himmel. Ich sah den leuchtenden Punkt immer näher kommen. Langsam wurde der Punkt zu einem Schatten einer Gestalt. Ich konnte nicht entziffern was es war. Wie näher das Etwas kam, desto besser konnte ich erkennen das es ein Mensch war. Bin ich denn jetzt schon so verrückt dass ich Geister sehe? Dann haben die anderen alle wohl doch Recht, das ich mir immer zu viel einbilde mit Schicksal und so. Ich glaube auch an das Horoskop. Schon vieles was dort drinn stand ist mir wirklich passiert. Meine Familie war eigentlich überhaupt nicht religiös, ich aber auch nicht. Ich denke einfach dass es so etwas wie Schicksal gibt, wofür du bestimmt bist.

Plötzlich landete der vorhin noch schwarze Schatten vor meinen Füssen, und alle Aufmerksamkeit war wieder auf die Gestalt gerichtet, welche mich aus meinen Gedanken gerissen hat.

Ein Junge, in ganz schwarzer Kleidung wie ich. Er trug ein schwarzes zerfetztes T-Shirt mit einem ebenso schwarzen Rollkragenpullover darunter. Seine schwarzen, langen Jeans überdeckten seine Schuhe. Seine Haut war blass, und auf den ersten Blick erinnerte er mich an einen Vampir. Und was wenn er einer war? Wenn er nur gekommen war um mich zu beissen und auch in ein solches Monster zu verwandeln? Ich zitterte. Mein ganzer Körper bebte. Ich fröstelte und hatte kalt und heiss zugleich.

Er kam auf mich zu und  meine Augen weiteten sich vor Schock, doch ich konnte mich nicht bewegen. Ich blieb erstarrt sitzen und starrte ihn einfach an. Es war ihm überhaupt nicht unangenehm, dass ich ihn so anstarrte. Im Gegenteil – er stolzierte auf mich zu ohne seine Augen von mir zu wenden. Mein Herz begann so heftig zu schlagen, als wolle es mir gleich aus der Brust springen. Mein Brustkorb wird wohl gleich explodieren.

Seine schwarzen, zerzausten Haare flatterten im Wind. Er hat eine  Narbe am Kinn und ein Piercing an der Unterlippe. Ich konnte erkennen dass seine Mundwinkel zuckten.

Als er dann vor mir stand, und sich zu mir herabbeugte, konnte ich seine schönen geschwungenen Lippen betrachten. Ich speicherte mir jedes Detail seines Gesichts. Seine grünen Augen blinzelten mich sanft an. Er öffnet sein Mund um ihn dann vergebens wieder zu schliessen. Anscheinend sucht er noch nach den richtigen Worten.

„Was machst du hier?“, war dann das einzige was er rausbrach.

Ich sah ihn verwirrt an. Was meinte er damit? Zu blöd um meinen eigenen Mund zu öffnen und im eine Antwort zu geben sass ich immer noch ihn anstarrend da.

Er räusperte sich und wiederholte seine Frage. „Warum bist du hier am Strand?“

Dann endlich konnte auch ich mich aus der Trance wecken und ihm antworten.

„Warum sollte ich nicht hier sein?“, fragte ich barsch zurück.

„Du solltest nicht hier draussen sein im Regen, du wirst nur krank. Geh rein.“

„Ich bleibe wo ich –“ da schnitt er mir das Wort ab.

„Geh jetzt rein.“ Ich konnte das Feuer seines Zorns in den Augen sehen, auch in seiner Stimme konnte man den wütenden Ausdruck, aber irgendwie immer noch die sanfte Art erkennen. Ich hiefte mich empört auf und lief mit hoch gestrecktem Kinn davon. Ich blickte noch einmal zurück, als ich auf den Dünen oben war.

Da war er bereits verschwunden. Meine Gedanken kreisten wild in meinem Kopf herum.

Wer ist er? Was will er von mir? Wie kommt er zu mir? Warum ich? All auf diese Fragen hatte ich leider keine Antwort. Mein Kopf tat beinahe weh. Jedenfalls glaubte ich das. Klitschnass rannte ich den Pfad Richtung Internat zurück.

KAPITEL 3.

Am nächsten Morgen wurde ich durch das zwitschern der Vögel geweckt. Lou hielt sich mit dem Kissen die Ohren zu, um weiterschlafen zu können. Die ersten Sonnenstrahlen quetschten sich durch die alten Vorhänge durch und blendeten Lous Gesicht. Sie wälzte sich im Bett und fiel schliesslich auf den Boden. Ihr Bett war im Vergleich zu ihrem anderen Bett das sie bei sich zu Hause hatte knapp die Hälfte so gross. Dafür war das Zimmer riesig. Ein heller Parkettboden füllte das ganze Zimmer mit Licht. Die Wände waren in einem hellen pink Ton gestrichen und alle Möbel waren weiss und auf Hochglanz poliert. Ein grosses Bücherregal erstreckte sich über die Hälfte des Zimmers. Ein Pult mit einem eigenen Laptop und Schreibzeug stand daneben. Der Stuhl war passen zum Parkett in einem hellen braun und das Polster darauf pink wie die Wand. Im Zimmer gab es ein Fenster. Was Louisa an dem Zimmer sehr schätzte war der kleine Balkon. Zwei Stühle und ein kleines Tischchen. Darauf ein Blumentopf mit – was auch sonst – pinken Rosen. Lou hätte am liebsten alles was weiss ist zu schwarz gemacht, pink zu blau und hellbraun zu dunkelgrau. Das wäre dann ihre Atmosphäre, genau wie zu Hause.

Es war halb acht, als Lena, ihre Zimmernachbarin wild an ihre Zimmertür klopfte. Lou seufzte. Es war Sonntag, und morgen würde die Schule im Internat beginnen. Sie kannte hier noch niemand ausser Lena, ihre verrückte Nachbarin und Fab. Sein ganzer Name war eigentlich Fabian Louis Tim der Dritte, aber er mochte es nicht wenn man ihn an seinem ganzen Namen nannte – also Fab.

Lena polterte nun schon heftiger an die Tür, und drohte sogar schon die Tür aufzubrechen, wenn ich nicht gleich aufmachen komme. Mühsam kam ich auf die Beine und schlenderte in meinem Pyjama zur Tür. Kaum den Schlüssel umgedreht stürmte Lena auch schon in mein Zimmer hinein. Ihre langen braunen Haare fielen ihr bis über die Schultern. Sie waren leicht gelockt. Sie hatte ein schönes pinkes Sommerkleidchen angezogen mit einer beigen Masche vorne. Es passte hervorragend zu ihr. Ihre Augenbrauen musste sie vorhin noch perfekt gezupft haben, ihre Rehaugen hatte sie mit dem gleichen pink der Wand leicht betont und ihre Wimpern waren perfekt geschwungen. Eins musste man ihr lassen – sie sah wirklich hübsch aus. Wenn ich mich gerade so betrachtete sah ich aus wie jemand der ein Jahr ohne Dusche auskommen musste. Meine braunen Haare waren zerzaust und stiegen in alle Richtungen empor, meine Trainerhosen waren mir viel zu gross und hatten schon fast keine Farbe mehr, nur noch ein ausgebleichtes schwarz. Von meinem Oberteil gar nicht die Rede.

Sie sah mich ein Augenblick, oder zwei, drei lange an, und fuhr dann endlich mit dem fort, was sie mir schon vor meines Anblickes sagen wollte.

„Heute ist Schwimmbadfest, immer am Sonntag vor dem Schulbeginn, es fängt um ein Uhr an. Kommst du mit?“ Ich starrte sie ungläubig an. Es war halb acht Uhr morgens und sie stürmte um diese Zeit zu mir ins Zimmer, um mich zu fragen, ob ich Lust hätte am Nachmittag mit ihr dort hin zu gehen.

„Hättest du mich auch später fragen können und mich statt dem nicht zu wecken?“ – „Na gut, dann komme ich in einer Stunde wieder. Bis dann.“, und sie verschwand. Angewurzelt blieb ich stehen und brachte kein Wort mehr raus.

KAPITEL 4.

Fab schlenderte gerade Richtung Speisesaal und blieb dann vor dem Zimmer von Lou stehen. Mit einem Grinsen im Gesicht schaute er mich an und konnte sich das Lachen kaum verkneifen. Sah ich wirklich so schlimm aus, nachdem ich aus dem Bett gekrochen bin? Ich hatte selbst noch keine Zeit gehabt um einen Blick in den Spiegel zu werfen. Mein Kopf war wahrscheinlich schon so rot wie eine Tomate geworden, ich verkroch mich wieder mehr hinter die Tür zurück.

„Ich warte auf dich wenn du schnell machst, okay?“, sagte er mit einem ruhigen Ton, ich konnte aber keinen Unterton bemerken, und zog mich deshalb schnell um. Ich traute mich fast nicht, mich selbst im Spiegel anzusehen. Ich gab mir aber dann doch einen Ruck. Meine Haare standen mir zu Berge, wild und zerzaust, alle durcheinander. Wie lange ich brauchen würde, um sie wieder in die alte Form zu bringen..? Ob Fab überhaupt soviel Geduld hätte, bis ich kurz meine Haare geduscht haben würde? Anstatt noch lange an der Sache rumzuknobeln konnte ich mich auch schon neben der Dusche stehen sehen.

Nach zehn Minuten war ich fertig angezogen. Fab wartete mit einer ungeduldigen Miene draussen immer noch vor der Tür. Er schenkte mir ein Lächeln und ein Zeichen das ich besser aussah als vorhin. Wir spazierten schweigend Richtung Speisesaal.

KAPITEL 5

Mittlerweile war es acht. Obwohl es so früh am Morgen war, schienen hier schon alle wach zu sein. Die Jungs vom Footballteam warteten bereits ungeduldig auf ihren Trainer, da sie um neun ihr erstes Auswärtsspiel in dieser Saison hatten. Auch die Jungs waren in einheitlichen Farben, sie trugen alle rote College Jacken mit weissen Nummern, dazu schwarze Hosen. Fab und ich mussten uns bei allen durchquetschen. Einige lächelten mir zu, andere sahen aber auch schnell weg. Einer der Jungs hatte sogar zwei verschiedene Augenfarben, was ziemlich gruselig aussah. Seine wuscheligen, braunen Haare hatten den genau gleichen Farbton wie meine (seine Haarfarbe gefällt mir wirklich sehr).  Dann lächelte aber auch er mich schüchtern an und man sah seine Zahnlücke. Bei seinem sanften Blick fühlte man sich aber sofort vertraut. In meinem Bauch wurde es mir ganz mulmig, einige Schmetterlinge entpuppten sich gerade und wollten wild drauf losfliegen. Ich bemerkte zuerst gar nicht, das Fab an mir zerrte, ich musste wohl eine Weile diesen Jungen angestarrt haben. Er deutete mir an das er Hunger hat und jetzt gehen möchte. Sofort waren die Schmetterlinge nicht mehr da und als ich mich nochmals umdrehte um nach dem seltsamen Jungen zu sehen, stand er auch schon nicht mehr dort.

Das Frühstücksbuffet war wie jeden morgen voll mit appetitlichen Dingen. Von kalten Fleischplatten mit Salami, Schinken und weiteren Scheiben Fleisch die ich nicht kannte, über zehn verschiedene Marmeladen, bis zu frischen Omeletten, Spiegeleiern und gebratenem Speck, den man schon am Eingang roch. Man konnte dort bereits  um sechs Uhr auftauchen und schliesslich bis ein Uhr nachmittags ein Brunch einnehmen. Ich gehörte eher zu der Gruppe, die immer um halb zwölf dort noch auftauchten.

Nachdem wir uns beim Buffet bedient hatten, schlenderten wir auf die Sonnenterasse und setzten uns dort an einen Tisch. Die Vögel zwitscherten fröhlich oder flogen in der Luft ihre Runden, um Futter zu suchen. Auch die Möwen kreischten und vertrieben die Vögel wieder auf ihre Bäume zurück. Ich hatte meinen weissen Hoodie angezogen, den ich vom Internat geschenkt bekommen hatte, denn es war noch ein bisschen kühl, aber die Sonne würde hier sicher bald den ganzen Platz wärmen. Mit diesem Hoodie würde ich wenigstens nicht so auffallen, denn hier trugen ja alle weiß, pink oder die Jungs eben rot.

Nachdem wir gemütlich das Morgenessen verspiesen hatten, kam Lena auf mich zugerannt. Obwohl sie fast kein Atem hatte, fing sie an wie ein Wasserfall auf mich einzureden.

Wieso ich nicht im Zimmer bin, wieso ich nicht gewartet habe, wieso Fab hier ist (den sie nicht mochte) und überhaupt.

Fab musterte mich. „Also erstmal hallo und – weil du mich sowieso schon geweckt hast dachte ich kann ich trotzdem schon essen gehen? Du wolltest mich ja nur fragen ob ich mit dir zum Schwimmbadfest gehe.“

Ich sag Fab von der Seite an, der sein Blick gerade senkte und etwas enttäuscht aussah.

Das erste Mal in meinem Leben sah ich Lena mit einem verwirrten Blick (vielleicht kannte ich sie erst seit zweieinhalb Wochen, aber das erstaunte mich trotzdem).

Entschlossen stampfte sie davon. Ich blickte ihr ebenso verwirrt hinterher, wie sich mich vorhin angesehen hatte. Ich konnte ja schliesslich nicht wissen, dass sie auch mit mir frühstücken will? Und sie hat mich auch nicht gefragt. Aber da riss mich Fab auch schon aus den Gedanken wieder in die reale Welt zurück.


Nachdem Fab und ich noch ein bisschen geplaudert hatten, wurde es auch immer wärmer. Ich konnte nun schon ohne Hoodie da sitzen.

Irgendwann am Morgen sassen wir dann nicht mehr auf der Sonnenterasse, sondern am Strand auf Liegestühlen mit der Sonnenbrille im Gesicht. Wir liessen die Sonne auf unseren Bäuchen prickeln und wollten hier in der Sonne Amerika’s noch ein bisschen Bräune abbekommen.

KAPITEL 6

Bisher hatte ich noch nie alle Schüler der BlueSky-School gesehen. Das Schwimmbad wurde ausgebaut und war nun riesig. Es gab mindestens zehn Rutschen, die alle ineinander verschlungen waren. Mehrere Langschwimmerbahnen und viele verschiedene Becken mit verschiedenen Tiefen. Sprungtürme bis zu zehn Meter und Lange Becken, in denen man vom Wasser mitgerissen wurde. Weiter hinten gab es drei Volleyballplätze und ein Fussballplatz, wo es auch schon einen in der Nähe der Sporthalle gab. Und das Restaurant direkt neben dem Eingang konnte man sogar von zu hinterst des Schwimmbads einfach nicht übersehen. Sein Dach war mit violetten Ziegeln bedeckt. Das Haus selbst im Chalet-Style mit grossen Glasfenstern, wo man wahrscheinlich den Überblick über die ganze Anlage hatte. Die Sonnenterasse war sicher dreimal grösser als die bei der Kantine.

Ich und Lena starrten einfach nur mit ungläubig grossen Augen das alles an. Als ich im Frühling das erste mal hier hin kam um mir die verschiedenen Schulen mit Internaten anzusehen, begannen sie hier gerade mit dem Umbau. Nun gab es auch grosse Wiesen mit grünem, gepflegtem Garten, wo man mit Freunden relaxen konnte.

Lena zerrte mich dann nach minutelangem Starren weiter. Sie zerrte mich zu ihren Freunden, die sich schon unter einer grossen Birke breit gemacht hatten. Die Sonne schien dort hin und alles war ein bisschen geschützt durch rote und pinke Rosenbüsche. Welche Farben sollten sie auch sonst haben? Da ich kein Badetuch dabei hatte, winkte ein kleiner, magerer Junge mich zu seinem riesen Badetuch hin. Es war etwa viermal so gross wie ein normales Badetuch. Lena setzte sich auch neben mich, da sie ihres, genau so wie ich, auch vergessen hatte.

Ich liess meinen Blick schweifen und entdeckte dabei den Jungen, den ich schon am Morgen gesehen hatte. Er sass zusammen mit dem ganzen Footballteam auf der anderen Seite der Rosenbüsche. Ihr Gerölle und Gelächter war nicht zu überhören. Einige blauäugige, barbie-ähnliche Blondinen hockten auf den kräftigen Oberschenkel der Footballspieler. Alles nur Cheerleader. Ihre Muskeln glänzten richtig in der Sonne. Mein Blick konnte ich aber immer noch nicht von dem Jungen mit den zwei Augenfarben wenden. Er hielt sich allgemein ein bisschen zurück und lächelte nur ab und zu schüchtern. Wie heute morgen. Wie er wohl hiess? Er bemerkte mich nicht.

KAPITEL 7

Am Abend sassen wir wieder alle zusammen in der Kantine an einem Tisch. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal so viel Spaß hatte. Die Freunde schienen richtig nett zu sein. Besonders Ronja. Wir hatten so viele Gemeinsamkeiten – ihr standen diese Pink- und Pastellfarben auch bis zum Hals. Wenigstens jemand der mich verstand.

Nach dem Essen schlenderten wir alle zusammen zum Park, um das Feuerwerk anzusehen.

Am Tag vor dem Schulbeginn gab es nicht nur ein riesen Schwimmbad-Fest – nein – sondern auch noch ein riesen Feuerwerk, was Glück bringen soll für das nächste Schulsemester. Es soll die bösen Geister vertreiben und uns vom Bösen befreien. Das sagten jedenfalls die Lehrer.

Nach einiger Zeit expodierendem Feuerwerk, zerrte mich Ronja weg des ganzen Spektakels.

Zuerst war ich böse auf sie, weil ich den anderen doch versprochen hatte, das wir gemeinsam den Abend verbringen würden und ich mit ihnen das Feuerwerk ansehen werde. Ich hoffte trotzdem insgeheim, dass sie nicht merkten, dass ich und Ronja nicht mehr bei ihnen waren.

Als Ronja mir dann einen kleinen Schuppen zeigte, war ich absolut begeistert und der Ärger wegen ihr war auch schon längst verflogen. In diesem kleinen Schuppen gab es dunkelrote Couchs. Dazu schien das sanfte, gelbe Licht der kleinen Stehlämpchen von den Regalen runter und der ganze Boden war mit passendem rotem Teppich belegt. Es sah ziemlich kuschlig aus dort drinnen.

„Ganz schön kuschlig hier, nicht?“, sprach Ronja meine Gedanken aus. Ich konnte nur ein leises ‚ja’ hauchen. „Der schuppen steht schon länger als das Schulhaus – obwohl das Schulhaus ja auch ein Neubau ist. Die Grundumrisse des Schulhauses stehen auch schon über fünfzig Jahre.“ „Wow“, war wieder das einzige, was ich herausbrachte.

„Die Schüler“, sprach Ronja weiter, „können hier Dinge reinschaffen, die sie nicht mehr brauchen. Die Lehrer haben hier keinen Zutritt. Der perfekte Ort um sich zurück zu ziehen.“

„Cool. Und wieso zeigst du mir das alles?“ „Na ja…“, sie zögerte.

„Na ja was?“ „Also ich wollte dir eigentlich nicht der Schuppen zeigen. Ich wollte dir etwas erzählen, was du wissen solltest.“ Und wieder legte sie eine Pause ein. Mein Magen verkrampfte sich, obwohl ich gar kein Hunger hatte. Mein Herz pochte schon wieder, so, wie als ich gestern diesen mysteriösen Jungen mit den schwarz zerzausten Haaren und der Narbe am Kinn gesehen hatte. Ich befürchtete jetzt schon, dass sie mir eine schlechte Nachricht mitteilen wollte.

„Also, du hast sicher diesen Footballspieler schon gesehen, der Schüchterne?“ „Der mit den zwei Augenfarben?“, meine Augen weiteten sich und schon wieder wollte mein Herz mir aus der Brust springen, so fest hämmerte es dort drinn. Ich konnte das Pochen schon in meinen Ohren hören.

KAPITEL 8

„Genau. Wenn ich dich wäre, würde ich mich von ihm fernhalten. Er ist nicht besonders nett-“ „Wieso denn?“, aus irgend einem Grund stiegen mir die Tränen in die Augen. Es geschah einfach. Ich wusste nicht wieso. Sie kullerten über meine Wangen.

„Na ja… Also… Sagen wir es so: er ist eben anders.“

„Wie anders?“, das Gefühl, dass Ronja mir etwas nicht sagen wollte, machte sich in meinem Magen breit.

„Halt dich einfach von ihm fern. Okay? Tu mir den Gefallen. Bitte.“

Skeptisch blickte ich Ronja in die Augen. Schliesslich konnte ich ihren Blick nicht mehr Stand halten und gab nach. Ich zögerte. Wieso sollte ich mich von ihm fernhalten? Sein Lächeln, als ich ihn gesehen hatte als er mit seinen Kumpels an ein Football-Match musste, war so sympathisch. Es erweckte eine Wärme in mir und irgendwie wollte ich, dass ihm nichts Böses geschieht. Und jetzt erzählt mir Ronja, ich solle mich von ihm fernhalten. Super. Ganz toll.

Mein Instinkt und mein sturer Kopf liessen jedoch nicht nach und ich hackte weiter.

„Ich möchte jetzt aber schon wissen, weshalb ich mich ihm nicht nähern soll.“

Genervt verdrehte Ronja ihre Augen und begann mit einem lauten Seufzen.

„Du kannst nicht immer alles wissen, Lou. Aber weil’s du bist… Erzähl es aber niemandem weiter. Ich will nicht, dass andere auch noch davon erfahren, besonders die Lehrer. Ich möchte schliesslich auch nicht, dass er gleich von der Schule geworfen wird.“

„Wie, von der Schule geworfen wird?!“ – „Pssst! Nicht so laut! Versprich es!“

„Ja, okay. Schiess los.“

„Also, erstens hat er eben sein ‚Geschäft’. Ich weiss nicht, welche Kumpels noch dabei eingespannt sind, aber am besten du tust so, wie du nichts wüsstest. Sprich sie auch nicht darauf an. Er würde dir wohl nie was davon verkaufen.“

„Wovon verkaufen?“

Dass Ronja immer so um den Brei reden musste! Nie konnte sie erwähnen, um was es sich genau handelte. Mein Herz rutschte jedoch noch weiter nach unten, mein Magen wurde schwerer, ich war verwirrt und schwindelig wurde mir auch bisschen. Der ganze Raum um mich schien sich zu drehen.

„Lou, ist dir noch gut?“ – „Ja klar, erzähl weiter.“ – „Setz dich lieb- “ „Erzähl weiter!“ Ich schnitt ihr das Wort ab und schrie sie schon fast an. Danach musste ich noch mal richtig nach Luft schnappen, um nicht gleich zusammen zu brechen. Alles im Raum schien Kopfstand zu machen… Was ich wohl vorhin getrunken hatte?

„Na ja… Du weißt schon. Womit Jungs eben so dealen…“

Und dann lag ich am Boden.

KAPITEL 9

Fortsetzung folgt…

17 Kommentare zu “Schwarze Liebe

  1. schicke doch die geschichte an ein buch-verlag und villeicht nehmen sie es an und lassen deine geschichte in über 1000 bücher drucken und schicken es an allen welt! und villeicht wirst du mal für deine geschichte berümt?;)

    • Na ja, ich glaube eher nicht😀
      Wenn ich manchmal Geschichten von anderen lese, die auch erst im Alter wie ich sind, finde ich die Geschichten viiiiel besser und da denke ich, hat meine Geschichte keine Chance. Ich mache es aber als Hobby ;D
      Aber danke.. ^-^

    • Nää, kein Problem ^-^ & Danke!

      Ich probiere halt fehlerfrei zu schreiben, aber da gibt es dann trotzdem immer wieder welche die sich einschleichen… Dumme Flüchtigkeitsfehler eben >.<

      • Passiert jedem mal.Mir,dir,Elfii.Einfac jedem.Nur in einer Arbeit kommt mam damit glaube ich nicht so gut weg xD

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